MEC Norden
Ostfriesland

Der Zirkus Krone kommt


Beim Circus Krone hatte das Eintreffen mit der Eisenbahn und die anschließende Parade zum Spielort eine jahrzehntelange, fest verankerte Tradition. In den 1960er-Jahren war Krone der unbestrittene Gigant unter den europäischen Reisezirkussen. Das logistische Meisterwerk der regelmäßigen Bahntransporte und die spektakulären Straßenumzüge zeichneten den Zirkus in dieser Epoche aus:


Die Logistik:
Der legendäre Krone-Sonderzug: Während der Sommertourneen in den 1960er-Jahren reiste der Circus Krone nicht auf der Straße, sondern stellte logistische Rekorde auf der Schiene auf. Zwei gigantische Sonderzüge. Aufgrund der enormen Masse an Material transportierte Krone seine gesamte Zeltstadt, die Fuhrparks und die Tiergehege in meist zwei separierten Sonderzügen der Deutschen Bundesbahn.
Der Elefanten-Spezialwagen: Krone besaß für den Bahntransport eigens angefertigte Spezialwaggons für seine riesige Elefantenherde (die größte Europas) sowie Raubtier-Tunnelwagen, die direkt am Güterbahnhof auf Schwerlast-Rampen entladen wurden.


Die Parade:
Das Werbe-Spektakel durch die Stadt. Nach der Ankunft am Güterbahnhof einer Gastspielstadt, wurde nicht heimlich aufgebaut. Die Überführung vom Bahnhof zum Festplatz (wie der Theresienwiese in München oder den Messplätzen anderer Großstädte) wurde als monströse Werbeparade inszeniert. Die Elefantenparade mit den 12 bis 22 indischen und afrikanischen Elefanten, die Stoßzahn an Schwanz hintereinander durch die Hauptstraßen marschierten, führte den Zug traditionell an.
Flankiert wurden die Tiere von festlich geschmückten, historischen Krone-Holzwagen, Clowns in Kostümen und einer Live-Zirkuskapelle, die den eigens komponierten Zirkus-Krone-Marsch spielte. Die Straßen waren regelmäßig von Zehntausenden Menschen, insbesondere Schulkindern, gesäumt, für die das Eintreffen des Zirkuszuges ein inoffizieller Feiertag war.